Der Einstieg in eine neue Anwendungswelt
Vor fast genau vierzig Jahren standen ein Entwickler und ein Einkäufer mit einer Plastiktüte bei FJ vor der Tür. Sie kamen von einem Hersteller, der bis dahin vor allem Motoren baute und nun begann, deren Drehzahl mithilfe von Umrichtern zu regeln.
Damit öffnete sich eine neue Anwendungswelt mit eigenen Anforderungen: höhere Temperaturen, enge Bauräume sowie strenge Vorgaben an Isolation und Brandverhalten. Wer in eine solche Anwendung neu einsteigt, muss nicht nur das Produkt verstehen, sondern auch die dazugehörigen Normen, Werkstoffe und Wechselwirkungen.
Normenwissen, das bereits vorhanden war
FJ kannte viele dieser Anforderungen bereits. Aus Vorschaltgeräteklemmen und speziellen Klemmen für industrielle Beleuchtungsanlagen stammte das Wissen über Luft- und Kriechstrecken, zulässige Drehmomente und Leiterquerschnitte nach VDE-Regelwerken.
Mit dem Export nach Nordamerika kamen zusätzliche Zulassungsanforderungen hinzu, in den USA insbesondere nach UL, in Kanada durch die entsprechenden kanadischen Zulassungen. Dazu gehörten unter anderem strenge Vorgaben an das Brandverhalten von Kunststoffen: wie lange ein Werkstoff nach einer definierten Beflammung weiterbrennt, ob er sich selbst verlöscht und ob brennende Partikel abtropfen.
Ebenso wichtig war die normgerechte Auslegung von Luft- und Kriechstrecken, also der Abstände durch die Luft und entlang der Oberfläche eines Isolierstoffs. Ihre Dimensionierung richtet sich unter anderem nach Spannung, Verschmutzungsgrad, Werkstoff und Einsatzbedingungen. Dieses Wissen konnte FJ auf die neue Anwendung übertragen.
Auch an den geeigneten Werkstoff für die Umrichter tastete man sich schrittweise heran. Zunächst kam ABS zum Einsatz, das sich bei den auftretenden Temperaturen als problematisch erwies. Danach folgten Blends und schließlich Polycarbonat. FJ konnte diesen Weg beratend begleiten, weil aus anderen Anwendungen bereits bekannt war, welche Probleme bei Temperatur, Isolation und Brandverhalten auftreten können.
Pragmatisch bis in die Fertigung
Aus dieser Erfahrung entstand eine Arbeitsweise, die technische Sorgfalt mit praktischer Umsetzbarkeit verbindet. FJ sucht nicht nach Neuartigkeit um ihrer selbst willen. Entscheidend ist, dass eine Lösung die normativen und funktionalen Anforderungen erfüllt, wirtschaftlich vertretbar bleibt und später in der Fertigung stabil beherrscht werden kann.
Erfahrungswissen bleibt dabei nicht an eine einzelne Branche oder ein bestimmtes Produkt gebunden. Es wandert mit und verkürzt den Weg zu belastbaren Entscheidungen, wenn ähnliche technische Zusammenhänge in einer neuen Anwendung wiederkehren.
„Wir lösen Probleme mit vernünftigen Mitteln. Dabei behalten wir die Kosten im Blick und achten darauf, dass die Lösung später in der Fertigung beherrschbar ist.“



